Cellounterricht Aleksander Huber

<Begabung>

Der <Begabte> verfügt über ein gutes Gehör und kann sich Tonfolgen mit Leichtigkeit merken. Zudem versteht er musikalische Zusammenhänge intuitiv. Wie er Was Warum macht, kann er nicht erklären. Klang und Interpretation interessieren ihn nicht, sind nicht adäquat entwickelt. Wichtig ist ihm der <Spaß> beim Musizieren und <Spannung> bei den Auftritten, z. B. im Orchester. Beide speisen sich daraus, dass man schlicht schneller ist, als die meisten Mitspieler. Harmlos ist der <Spaß> des <Begabten> nicht, denn er ist notwendigerweise mit Wettbewerb und Konkurrenz verbunden. Wettbewerb und Konkurrenz schaffen wiederum <Angst>. <Spaß> und <Angst> haben dieselbe Wurzel. Solcher Art <Begabte> sind in Fußballmannschaften der Kreisliga, im Schwimmbad auf dem Zehn-Meter-Turm und im Mathematikunterricht zu finden. Die Mathematik- und Sportlehrer sind dankbar für die Bestätigung durch verwandte Naturen. Sie können ihr Fach, für die sie zufällig geeignet sind, genauso wenig erklären. Die unverdiente, zufällige Passung ermutigt ihre Träger, den <Spaß> an ihrer <Begabung> im Wettbewerb mit langsameren Kollegen (Mitschülern) voll auszuleben. Den Umgang mit wirklich begabten Leuten meiden sie wie die Pest, denn der würde ihnen den <Spaß> verderben. Wir meinen, die Strukturen sollten den Menschen angepasst werden, nicht umgekehrt. Pina Bausch entwickelte aus dem klassischen Ballett das Tanztheater. Sie sagte: "Mich interessiert nicht, wie die Menschen sich bewegen, sondern was sie bewegt."