Cellounterricht Aleksander Huber

Klang

Der Klang ist eine unbestechliche physikalische Größe. Er sagt uns, bzw. dem Zuhörer, mit welchen Daten wir ihn ausgerechnet haben. Wir können ihn nicht "machen", er ist schon da. Er ist weder <schön>, noch <unschön>, sondern [passend] oder [unpassend]. (Siehe dazu die Seite „Methode“.) Er setzt sich aus klingenden und perkussiven (apikalen, labialen) Elementen zusammen. Ein Streicher [spricht] und [singt] mit dem Bogen. Dabei gilt es, die Energie jeder Bewegung so zu verwenden, dass keine Restspannung in den neuen Ton mitgenommen wird. Andauernde Spannung wäre unzuträglich, Spannung und Entspannung im Wechsel sind zuträglich. Zwischen den Tönen sind daher ‚Ruhephasen‘ angezeigt, die nicht mit abrupten Stopps zu verwechseln sind. Dies gilt in besonderem Maße für das „Staccato“, das üblicherweise mit Kürze gleichgesetzt wird, aber eigentlich Trennen meint.  Die Intensität des Tones hat mit seiner Qualität (Klarheit, Artikulation) zu tun, nicht mit der Bogenlänge. Unsere Bogenmitte ist der Schwerpunkt, die letzten Zentimeter des Bogens sind nicht immer und unter allen Umständen zu verwenden. Mit solchen Überlegungen ließe sich ein resonanter Orchesterklang herstellen. Wenn dies doch einmal geschieht, dann meist ohne ausreichende Erklärung. Der Dirigent ist dann zwingend ein <Magier> oder jemand, der bei den Musikern <Flow> erzeugt.  Die andere, wohl am häufigsten gewählte Möglichkeit besteht darin, ausnahmslos alle Musiker möglichst vehement spielen zu lassen, ohne danach zu fragen, mit welchen Mitteln was erreicht werden soll. So entsteht jener undefinierbare Brei, der niemanden stört, solange er ausreichend grandios (über-wältigend, gewalttätig), mithin <unterhaltsam> ist.